Ich brauche eine Pause?! Wie wäre es mit einer Digital Detox-Kur?

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hallo meine lieben fertig
Ich hoffe, dass ihr euch fit und munter fühlt! Bei mir dies ist nämlich leider nicht ganz der Fall: Ich bin dauermüde, faul und habe auf nichts Lust. Na ja, auf mein kuscheliges Bett und meine Lieblingsserie hätte ich schon gerade Lust. Jede gefühlte 5 Minuten schaue ich auf mein Handy und es zeigt mir eine neue Mail, fünf Kommentare auf Instagram und zehn Nachrichten auf Whatsapp an. Einfach mal das Handy weglegen, einfach mal das Internet und die sozialen Medien vergessen – das wär’s jetzt. Habt ihr schon mal dran gedacht eine Digital Detox-Kur zu machen?

keine Zeit = keine Lust

Seitdem ich mein halbjähriges Praktikum angefangen habe, hat sich einiges Blogtechnisch geändert. Anfangs bin ich heimgekommen und habe mich gleich motiviert an meinen nächsten Blogpost gesetzt. Nach mehr als zwei Monaten arbeiten schaffe ich es einfach nicht mehr, mich an meinen Blog zu setzen. Ich habe keine Lust! Nach mehr als 8 Stunden arbeiten am PC vergeht mir selbst die Lust, noch weiter meine Zeit im Internet zu verbringen. Nach der Arbeit Bilder machen? Geht nicht! Entweder ist es draußen zu dunkel oder ich will einfach nichts tuen. Blog, Instagram, Facebook, Snapchat, Pinterest… die Liste meiner Social Media Kanäle ist lang und jeder Account muss auch noch am Besten täglich mit neuem Content gefüllt werden. Nicht zu vergessen, auch die privaten Kontakte wollen Aufmerksamkeit. Wo bleibt da Zeit für einen selbst?
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Innerlich fühle ich mich gezwungen, ständig neuen Content produzieren zu müssen, aber ich muss es eigentlich nicht. Ich bin kein Vollzeitblogger und könnte es wahrscheinlich niemals werden. Was mich an dem Allem selber stört, ist die Tatsache, dass ich Bloggen will, aber es einfach nicht schaffe. „Heute werde ich nach der Arbeit produktiv sein!“ Mein Kopf macht da einfach nicht mit. Meine Wochenenden bestehen hauptsächlich aus Shootings, Beiträge vorbereiten und meinen Schlaf nachholen. Zeit für andere Dinge, wie mal gemütlich TV schauen oder sogar einen Kaffee trinken gehen sind fehl am Platz – die Zeit ist knapp. Mein Blog ist mein Baby, aber zur Zeit frage ich mich wirklich, wie bringt man denn all das unter einen Hut? Ich bewundere jeden Blogger, der die Kraft und Motivation hat, seinen geplanten Tag konsequent durchzuziehen. Diese Blogger schreiben dann übrigens über Zeitmanagement: „Wie schaffe ich es meine letzten 2 freien Stunden in den Blog zu stecken?“ Immer häufiger höre ich das Wort „Blogger-Burnout“ und frage mich: Stehe ich auch kurz davor? Schmeiße ich alles hin?

Digital Detox – Kann man auf Internet und mehr verzichten?

Manchmal wünschte ich mir, dass ich von allem einen Tag frei kriege. Einfach mal das Handy und den Laptop ausschalten. Aber es geht nicht. Ich würde einfach so gerne eine Digital Detox-Kur ausprobieren, aber es ist quasi nicht möglich in der heutigen Zeit. Auf dem Weg zur Arbeit sitzt man am Handy, checkt seinen Instagram Account und beantwortet wichtige Mails. Bei der Arbeit sitzt man den ganzen Tag vor dem PC. Nach der Arbeit will man noch mit seinen Freunden whatsappen. Daheim angekommen, wartet der Fernseher auf einen. Ist es überhaupt heutzutage  noch möglich, auf elektronische Geräte zu verzichten?

digital-detox-keine-lust-mehr-auf-bloggen-social-media-personal-blogpost-fleurrly-tanja-coffee-sneaker-guess-bag.jpgUnd was sagen die Anderen? „Hör doch einfach mit dem Bloggen auf oder mach eine Pause! Schalte doch einfach mal ab! Ich kann das aber nicht und ich will es auch nicht! Bloggen und Fotografieren macht mir einfach Spaß und ist für mich schon mehr als nur ein Hobby. Einerseits will man auch eine Pause einlegen, anderseits kann man auch nicht ohne Leben. Es gibt keinen wirklichen Kompromiss. Aber keine Sorge, ich werde mein heiß geliebtes Hobby nicht einfach so aufgeben. Die Zeit wird sich immer finden, wenn man es auch wirklich möchte. Jeder hat mal seinen Blog-Tiefpunkt, aber es geht auch wieder bergauf. Nehmt es mir nicht böse, falls ich mal nicht regelmäßig posten sollte und nicht auf Instagram eure Bilder durchschauen kann. Ich MÖCHTE es, aber ich schaffe es einfach nicht. Indirekt mache ich fast wöchentlich für paar Tage eine Digital Detox-Kur, aber auf Dauer würde ich mich auch ohne das Internet einfach zu sehr langweilen. 😛

Habt ihr schon mal eine Digital Detox Kur gemacht und wie steht ihr zu dem Thema 24/7 Stunden online sein? Lass mich gerne an euren Gedanken teilhaben. Ich wünsche euch eine stressfreie und angenehme Restwoche! 🙂

fertig liebe gruesse

25 Responses
  • Melanie
    September 22, 2016

    Huhu,
    vielleicht hilfst es dir ja deine Blogposts schon vorzubereiten und zu planen, wann sie online gehen. Zumindest mir hilft es sehr gut so zu verfahren.
    Das Gefühl, dass du beschreibst kenne ich sehr gut, aber vielleicht geht es bei dir auch mit weniger Content, dafür aber sehr guten. ich wünsche dir viel Kraft :-*

    viele liebe Grüße
    Melanie / http://www.goldzeitblog.blogspot.de

    • Tanja
      September 22, 2016

      Danke liebe Melanie für deine Worte und Tipps ❤️
      Ich werde mal versuchen paar Blogpost vorzuplanen, wenn ich mal die Zeit finde :*
      Hab einen schönen Tag

  • Marie
    September 22, 2016

    Ein toller Beitrag mit einem super Thema ! Auch ich bin manchmal echt gestresst und habe dann keine Lust mehr an meinem Blog zu arbeiten. Ab und an habe ich dann auch keine Lust auf Instagram weil das einfach Zeit raubt. Alle paar Monate mache ich einige Tage Pause vom beiden damit ich mal wieder richtig lebe und nicht nur durchs Display.
    Die Bilder sind dazu richtig toll geworden ! Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.
    Liebste Grüße
    Marie

    http://www.whatiwearinlondon.com

    • Tanja
      September 22, 2016

      Danke liebe Marie 🙂 ❤️ Instagram ist glaube ich wirklich der größte Zeitkiller überhaupt.. eine Pause hilft da wirklich echt immer!
      Hab einen tollen Tag :*

  • Jessica
    September 22, 2016

    Liebe Tanja,

    Mit dem Beitrag sprichst du mir aus der Seele. Das ist ein Thema, was mir seit Wochen durch den Kopf geht – wie du bestimmt schon gemerkt hast 😀
    Ständig hab ich mir Gedanken gemacht und mir selber gesagt, dass ich eine Blogpause nicht einlegen kann, einfach wegen dem Druck, unter den man sich setzt. Im Sommer war ich ja in Amerika. Selbst dort hab ich mir ständig Gedanken gemacht wegen Shooting Locations, obwohl es vorrangig um mich und meine Freunde gehen sollte. Irgendwann hats mir gereicht.. hab dann jedes Shooting abgesagt und mich einzig und allein auf meinen Aufenthalt konzentriert. Und auch wenn es anfangs total schwer war für mich, war es das einzig Richtige . Einfach mal abschalten. Ich glaub für mich war es das Beste, was ich machen konnte um wieder neue Enerrgie zu tanken. Bald starte ich auch wieder voll durch und da freu ich mich schon Mega drauf 🙂
    Aber ich finde man sollte niemals zu streng mit sich selber sein, denn so kann es passieren, dass die Dinge die wir gerne tun zu lästigen Pflichten werden und dann wird ein Hobby ganz schnell zur Pflicht, vor dem es einen graut. Und das sollte das Bloggen niemals werden, denn wie du schon sagst, es soll Spaß machen und ein Hobby sein ! 🙂
    Ich hoffe du verstehst, was ich meine und ich wünsche dir alles Gute!

    Liebe Grüße,
    Deine Jessi <3

    • Tanja
      September 22, 2016

      Liebe Jessi,
      Danke für deinen Kommentar und deine Gedanken und deine Erfahrungen mit Amerika – bin gespannt auf den energiegetankten Blogpost! :*Ja du hast du Recht, dass ein Hobby auch Spaß machen sollte und deswegen werde ich das auch nicht so streng sehen und mehr Zeit für mich nehmen! 🙂 Fühl dich gedrückt und bis bald <3

  • Tamara
    September 22, 2016

    Liebe Tanja,

    Mir geht es momentan genauso wie dir. Bis auf das mit dem arbeiten. Zurzeit habe ich viele körperliche Beschwerden und liege den ganzen Tag im Bett und schaue Fern. Selbst Pokemon spiele ich kaum noch, weil ich einfach überhaupt keine Lust habe raus zugehen. Ich bin einfach stinkenfaul geworden und stehe nur auf, wenn ich es auch muss…
    Dann denke ich mir, steh doch verdammt nochmal auf und mache was produktives, mal wieder Fotos machen, etwas schreiben… ausprobieren. Aber mir fehlt einfach die Lust momentan, sodass ich es selbst nicht mal schaffe Fotos auf instagram hochzuladen. Ich weiß leider auch nicht wirklich, wie man aus dem Trott rauskomme aber ich kann es total nachvollziehen, denn so ging es mir auch als ich meine Ausbildung angerlangen habe. Anfangs lief alles gut, abends nach der Arbeit noch zum Sport.. Ab dem zweiten Monat – nichts da. Um 18 Uhr Zuhause und um halb zehn ins Bett… Die zeit wollte ich vorm TV verbringen..
    Setze dich bloß nicht unter Druck, wer dich mag, der wird dir weiterhin folgen und solange warten bis du dich wieder meldest. Gezwungene Freude und Beiträge sind einfach nicht so authentisch wie ernstgemeinte, worin man seine ganze Leidenschaft steckt. Mach doch mal ne Pause, dass wird dir sicher gut tun!

    In Liebe,
    Tamara

    • Tanja
      September 22, 2016

      Liebe Tamara,
      Danke für deinen tollen Kommentar und ich wünsche dir gute Besserung und viel Kraft und Ruhe! :* Ich glaube auch das jetzige Wetter spielt eine große Rolle und man deswegen keine Lust hat rauszugehen oder sich anderweitig zu beschäftigten. Vielleicht findest du bald ja einen tollen Ansporn wie ein zusätzliches neues Hobby und dann kommt die „Lebensfreude“ wieder 😛 Drück dich ganz fest <3
      Ich habe schon meine Beträge auf einmal die Woche beschränkt und habeee soo viele tolle Beiträge im Kopf, aber bin einfach zur Zeit zu faul! #shameonme

  • Janina
    September 22, 2016

    Uff, das sind Gedanken, die so wortwörtlich aus meinem Mund kommen könnten!
    Meinen Blog gibt es zwar noch nicht allzu lange und ich denke auch, ich könnte mehr dafür machen – aber dieses „immer mehr, immer mehr“ will ich nicht. Es soll Spaß machen, kein Zwang sein. Dazu kommt, dass ich mich im letzten Unisemester befinde und das eben nun mal Vorrang hat. Oft fehlt mir dann auch Inspiration und Muse wenn ich nach Hause komme. Könnte aber auch mit der Jahreszeit zusammenhängen. Also falls du noch mehr Tipps zur Inspiration, Motivation und Kreativität ausgraben kannst, wäre ich die Erste, die „hier“ schreit
    Und manchmal, ja, da braucht man auch einfach eine Pause. Die Welt geht nicht unter, wenn man ein paar Tage nicht online ist.

    • Tanja
      September 25, 2016

      Liebe Janina danke für deinen ehrlichen Kommentar 🙂 Ich wünsche dir viel Erfolg für das letzte Unisemester und ich glaube auch, dass das Wetter eine große Rolle spielt. Ein Wochenende ohne meinen Blog hat mir auch sehr gut getan und habe schon die nächsten Blogpostideen yuhu 🙂 Die Welt ist auch nicht untergegangen 😛 <3

  • Miriam
    September 22, 2016

    Huch, wir haben das gleiche Theme 🙂

    Solche Pausen halte ich für ganz natürlich. Man kann unmöglich ständig 100% geben, und gerade bei so einem Herzblut-Projekt wie dem eigenen Blog investiert man schnell enorm viel Zeit und Energie, ohne das überhaupt noch zu merken. Irgendwann fordern dann eben Körper und/oder Psyche ihre Pause ein. Lieber gönnt man sich dann diese kleine Auszeit und genießt sie, als dass man sie irgendwann nehmen muss und dann nur fix und alle durchhängt …

    Von daher wünsche ich Dir eine schöne Auszeit und dass Dir in der Zwischenzeit viel Inspiration vor die Füße hoppst. Vor den Rechner verläuft die sich ja eher selten 😉

    • Tanja
      September 25, 2016

      Liebe Miriam,
      danke für deinen Kommentar und du hast vollkommen Recht, dass man einfach nicht immer 100% geben kann und eine kleine Auszeit – auch wenn es nur eine Woche ist – bewirkt einiges. Ich muss zugeben, dass ich nachdem Wochenende wieder motiviert bin und schon einige tolle Beiträge im Kopf habe. Die frische Luft tut mal gut am Wochenende! 🙂 <3

  • Horn And Media
    September 23, 2016

    Liebe Tanja,
    das klingt in der Tag nach medialer Überforderung deines Hirns! Mir ging es auch lange so, bis ich irgendwann den Spieß herumgedreht habe. Meine Tipps, wie ich wieder die Kontrolle über die Benachrichtigungen erlangt habe anstatt dass die Benachrichtigungen die Kontrolle über mich haben:
    1. Wenn ich arbeite oder in der Uni bin steht mein Handy auf Sleepmode. Das bedeutet, dass es nicht mal vibriert, wenn ich Nachrichten Mails, oder Anrufe erhalte. Hat den Vorteil: ICH entscheide, wann ich mich um mein Handy kümmere und nicht das Handy.
    2. E-Mailbenachrichtigungen ganz ausstellen: Ich schaue jeden morgen in mein Postfach und leere es. Das bedeutet nicht, dass ich alle Mails sofort beantworte. Wenn ich sie in 2 Minuten beantworten kann, beantworte ich sie gleich, ansonsten kommt die Mail in einen bestimmten Ordner und ein TODO für die Mail kommt auf meine TODO-Liste.
    3. Mein Handy und mein Laptop stehen beide ab 23.00 bis 7.00 Uhr auf Sleepmode, da schlafe ich nämlich und da darf mich nichts stören!

    • Tanja
      September 25, 2016

      Hi Andreas,
      Danke für deine Tipps – vielleicht solltest du echt auch einen richtigen Blog starten! 😀 Ehrlich gesagt stört mich mein Handy eher weniger, wenn sind es eher die Socialen Medien und von den Pause zu nehmen tut echt mir gut. Langsam kommt auch die Motivation für neuen Bloginput! 🙂

  • Emma
    September 25, 2016

    Liebe Tanja, ich weiß ganz genau wovon du sprichst! Kenne die Situation nur zu gut, habe vor ein paar Wochen ja deshaöb mal eine kleine Blogpause eingelegt und konnte dadurch jetzt wieder voller frische durchstarten! Du machst das SO gut mit dem Blog, aber wenn du das Gefühl hast eine Pause würde dir gut tun, dann nimm sie dir! Ich bin mir sicher deine Leser verstehen das 🙂 Ansonsten finde ich es einen Kompromiss zb in der Zeit eben auf Insta ofer Snap aktiv zu bleiben! Ich bin mir sicher du findest auch einen Kompromiss für dich! Spricht ja keiner gleich von ‚aussteigen‘ 😉
    Freue mich jedenfalls immer pber deine Posts & auch auf den nächsten – selbst wenns mal etwas länger dauern sollte…

    bussi, Emma
    http://www.emmaemsn.com

    • Tanja
      September 25, 2016

      Danke liebe Emma für deine Worte! 🙂 Die Wochenendepause hat mir fürs erste schon sehr gut getan und ich freue mich schon meine neue Beträge die nächsten Wochen hochzuladen. Ich denke mit der Zeit kommt auch die regelemäßig wieder. 🙂 Bussi :*

  • misses popisses
    September 25, 2016

    Oh ich kann dich sehr sehr gut verstehen. Viele der Blogger, die ich kennengelernt habe, sind noch Studenten, können daher auf jedes Event gehen, haben viel Zeit fürs Schreiben und Recherchieren. Bei mir geht das auch nicht so einfach: Ich arbeite seit 14 Jahren, bis vor kurzem noch Vollzeit. Bloggen nal so nebenbei geht nicht, denn nach einem 8h Arbeitstag will man auch mal seine Ruhe haben und sich auf das echte Leben konzentrieren. Mich schockiert es teilweise in welcher Zeit wir Leben: Neulich in der Strassenbahn wieder – jeder klotzt auf sein Handy checkt beinahe minütlich Mails, SMS oder ähnliches anstatt einfach nur abzuschalten und aus dem Fenster zu gucken. Leute sitzen in Cafes und starren dauernd auf das Display des Handys, Unterhaltungen werden nur spartanisch geführt… Ich verstehe dich, dass dich das auch nervt. Das wichtigste ist das echte Leben, echte Freunde und Momente, die man im echten Leben erlebt… Gönn dir deine digitale Detox Kur, du hast sooo recht., wenn du den Schritt gehst.
    Fühl dich gedrückt
    Liebst Elisabeth

    http://www.missespopises.com

    • Tanja
      September 25, 2016

      Danke für deinen Kommentar liebe Elisabeth! 🙂 Super tolle und leider auch wahre Worte.. wir sind wohl alle Handy-Zombies und bin gespannt wie ich mich nach einer Woche ohne mich auf meinen Blog festzulegen fühlen werde. Bis jetzt habe ich schon lauter neuen Input im Kopf! 🙂

  • Marco
    September 26, 2016

    Hallo Tanja.
    Ich hab heute das erste Mal von Digital Detox gelesen. Bis gerade eben wusste ich nicht einmal,was das überhaupt ist. Aber wenn ich dann mal so daran denke, wie die Menschen unterwegs miteinander, bzw. mit dem Internet umgehen, könnte eine Detox-Kur vielen gut tun.
    Ich selbst bin Jahrgang 1974. Ich hab noch ganz anere Zeiten kennengelernt. In meiner Jugend gab es kein Internet, keine Social Medias. Wir konnten keine Pokemon jagen. Statt Mails haben wir uns draußen getroffen. Als ich 1998 meinen ersten Internetzugang bekam, war ich bereits mit der Ausbildung fertig. Damals gab es aber auch noch kein Facebook, kein Instagram, … Das Internet war überschaubar und man verbrachte damit nicht so viel Zeit. Es kostete eh zu viel und war noch übelst langsam. In meinem Leben gab es also viele andere Dinge, mit denen ich mich beschäftigen konnte.
    Ich hab zwar seit ein paar Monaten ein uraltes Smartphone, aber es hat kein Internet. Ich verzichte ganz bewusst darauf. Ich möchte unterwegs gar nicht erreichbar sein. Ich will nicht ständig den Blick auf Mails, Nachrichten, Timelines haben. Wenn ich unterwegs bin, dann bin ich unterwegs, Dann möchte ich meine Gedanken in andere Bahnen lenken.
    Das Gleiche gilt auch für die Arbeit. Die geht bei allem vor, es sei denn, es kommt ein Anruf von den Schulen, dass etwas mit den Kindern ist. Ansonsten bleibt es den ganzen Tag unberührt neben mir liegen. Mit dem Internet verhält es sich ebenso. Als Zahntechniker, alseigentlicher Handwerker, sitze ich trotzdem mittlerweile sehr viel am PC und entwerfe damit meinen Zahnersatz. Dort hätte ich auch Internet. Aber ich konzentriere mich auf meine Arbeit. Da kann ich mich nicht noch von Recherchen oder meinem Blog ablenken lassen. Das sähe mein Chef auch nicht gern.
    Meinen Blog betreibe ich mittlerweile seit zehn Jahren. Allerdings war es immer nur ein Hobby unter vielen (ich trete hin und wieder als Unterhaltungskünstler auf und hab viele Jahre ehrenamtlich Jugendarbeit gemacht). In der ganzen Zeit war mein Blog natürlich auch etwas Wichtiges. Aber es hat nie meinen Alltag bestimmt. Wenn mir danach ist, dann schreibe ich einen Beitrag, wenn nicht, dann lasse ich es einfach. Ich zwinge mich nicht dazu. Da kann es auch gut mal vorkommen, dass ich ein paar Wochen oder ein Vierteljahr gar nichts veröffentliche. Was solls. Es ist halt nur ein Blog. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich keinen einzigen tagesaktuellen Beitrag habe. Meine Leser kommen nicht wegen mir, um das Neueste aus meinem Leben zu erfahren. Ich schreibe ausschließlich Kurzgeschichten und Gute Nacht Geschichten für Kinder. Die Leser kommen zumeist über Google, weil sie etwas zum Vorlesen zu einem bestimmten Thema suchen. Da macht es nichts, dass nicht täglich etwas Neues kommt. Bei mittlerweile über 800 Geschichten, verteilt in vier verschiedenen Blogs, findet man immer etwas und ich habe keinen Stress.
    Als Kanal nutze ich nur Facebook und den auch nur sporadisch, wenn mir danach ist. Pinterest, Instagram, Twitter, was auch immer. Der Rest ist mir zu viel. Es nimmt meinem Tag zu viel Zeit und diese Sachen interessieren mich auch nicht. Ich sehe da für mich auch keinen Nutzen und Mehrwert. Ich schreibe hauptsächlich, weil ich Spaß daran habe, nicht um meine Leser ständig mit Neuem zu versorgen.
    Naja, und dann ist da auch noch meine Familie. Ich hab eine Frau, zwei Kinder im Teenageralter. Die wollen auch noch Zeit mit mir verbringen. Da lernt man schnell, dass es auch noch andere Dinge im Leben gibt. Mal ein Spieleabend ohne Internet, mal zusammen fernsehen oder einfach nur ein Buch lesen.
    Es ist wichtig, einfach mal abzuschalten. Internet und Social Medias sind eine wirklich tolle Sache. Aber man sollte es echt nicht übertreiben. Heute äuft jeder mit seinem Handy rum und hat die Augen dauerhaft am Display kleben. Wenn man mit Freunden weg geht, kann man sich kaum noch richtig unterhalten, weil ständig jemand irgendwas tippt oder liest. Das mag ich überhaupt nicht. Deswegen werde ich auch weiterhin kein Internet unterwegs haben. Ich will das einfach nicht.
    Vergiss all diesen Kram, wie man sein Leben noch besser strukturiert, wie man sich Zeitpläne macht, um noch die letzte Minute für seinen Blog opfern zu können. Vergiss das Vorausplanen von Beiträgen. Warum all dieser Druck? Blogge, wenn du Zeit und Lust hast. Und schraub alles andere zurück. Freiräume schaffen. Luft zum Atmen finden. Und wie es Peter Lustig damals in Löwenzahn gesagt hat (ja, es gab in meiner Kindheit noch einen anderen Moderator): „einfach mal abschalten“.
    Denn das Bloggen ist nur dein Hobby, es ist nicht dein Vollzeitjob. Behandel es auch so. Wenn es dich stresst, ist es kein Spaß mehr. Außerdem, was geben dir deine Leser zurück? Mal hier, mal da ein Kommentar. Sie lesen bei dir. Aber welchen Anteil haben sie an deinem Leben? Kümmern sie sich um dich, wenn du krank bist? Tragen sie deinen Einkauf nach Hause? Sie sind „nur“ Leser, die von deiner Arbeit profitieren, aber keinen Gegenwert zurückgeben können. Vergiss das nie.

    • Tanja
      Oktober 2, 2016

      Danke Marco für deinen tollen und ausführlichen Kommentar! 🙂 Hört sich nach einem schönen und geregelten Alltag bei dir an und ich finde es toll, dass du das Bloggen für dich entdeckt hast und nach Lust und Laune Beiträge veröffentlichst. Danke für die Motivation und Hut ab! Bleib so wie du bist 🙂

  • Dani
    September 28, 2016

    Liebe Tanja,

    ein wirklich perfektes Thema und ich gebe dir da meine Zustimmung bzw. sprichst du denke ich vielen aus der Seele.

    Ich arbeite hauptberuflich und Vollzeit in einem Unternehmen und mach meinen Blog/Insta usw… nebenbei! Leider frisst alles sehr viel Zeit, dass ich kaum noch einen Abend entspannt mit meinem Freund auf dem Sofa sitzen kann und einfach mal Handy abschalten kann.
    Denn das funktioniert nicht, wenn man aktuell bzw. auch aktiv bleiben möchte.
    Nach meinem Job beginnt mein zweiter JOB und oft sitze ich bis 23 h am PC/Handy, so dass ich einen 15 h Tag habe… wo bleibt da die Zeit für Freunde und Freund? > Ganz oft auf der Strecke und das ist eigentlich sehr schade, denn man lebt nur einmal und irgendwann blickst du zurück und denkst, wieso habe ich so viel Zeit damit vergoldet.

    Des öfteren frage ich mich, ob ich noch Lust darauf habe… dennoch macht es mir noch Spaß und die Zeiten überwiegen.

    Den letzten Satz meines Vorposters finde ich aber durchaus interessant!!!

    Ich drück dir die Daumen, dass du bald wieder Spaß an der Sache hast oder eine für dich zufriedenstellende Entscheidung triffst.

    LG Dani

    http://www.daninanaa.com

    • Tanja
      Oktober 2, 2016

      Danke für deinen Kommentar liebe Dani! 🙂 Finde ich mittlerweile sehr traurig, wie viele Blogger tatsächlich von diesem Phänomen betroffen sind und ich hoffe du kriegst es auch bald alles unter einen Hut! Der Spaß darf wirklich nicht zu kurz kommen <3

  • Sassi
    September 28, 2016

    Hi meine Liebe,
    was für ein wundervoller Post! mir geht es manchmal genau wie dir, ich komme heim und es ist 7 Uhr und ich will Sport machen, Bloggen, Freunde treffen, ein Buch lesen und so weiter … aber wann? Was ist nun das wichtigste? Manchmal weiß ich wirklich nicht mehr wie ich das alles unter einen Hut bringe bzw. bringen soll.
    Trotz all dem Stress liebe ich das Bloggen und bin froh dadurch so tolle Leute kennen zu lernen wie dich 🙂
    Liebste Grüße
    Sassi
    http://www.besassique.com

    • Tanja
      Oktober 2, 2016

      Danke liebste Sassi <3 Ich gebe dir 100% Recht und bin froh dich kennengelernt zu haben <3 Freue mich schon auf Freitag!! :*

  • Saskia-Katharina
    Februar 16, 2017

    Ich fühle mit dir! Als ich mir letztes Jahr im Oktober die Hand brach, konnte ich kaum bloggen und habe überwiegend auf vorgebloggte Beiträge zurückgreifen müssen. Nun gehe ich seit Anfang des Jahres wieder arbeiten, die vorgebloggten Beiträge sind alle freigeschaltet, ich habe keinen Puffer mehr und mir fehlt es irgendwie nicht so leicht alles wieder unter einen Hut zu bringen. Ich mag das Gefühl gar nicht, wenn man keine Beiträge vorbereitet hat, die man einfach nur noch freischalten muss. Hoffentlich pendelt sich das schnell wieder ein!

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